KOMMUNALES
KINO MANNHEIM
im Collini-Center

 

 24. Mannheimer Filmsymposium
23.-25. Oktober 2009

 

REFERATE + WERKSTATTBERICHTE

 

Nils Bürker

Referat:  "Kunst oder Künstlichkeit? - über die Erzeugung und die Wahrnehmung bewegter Bilder im digitalen Film"

 

"The medium is the massage" (McLuhan) – und so erzeugt auch der Film als Medium Räume in denen er Botschaften vermittelt, die wir interpretieren. Das "tanzende" Korn und die als Binärcode definierte "statische" Blockmatrix des Pixels werden aufgrund ihres unterschiedlichen Aufbaus der Bildstruktur auch verschieden in der ästhetischen Qualität wahrgenommen.

Doch was ist der "neue" digitale Filmraum des Pixels wert? Er unterscheidet sich im Aufbau deutlich vom gewohnten Korn und besitzt eine eigene Charakteristik. Führt dies aber auch zu einer anderen Wahrnehmung und damit Interpretation dieser Räume bei uns als Zuschauer im Vergleich zum Korn?

Und wenn ja, ergeben sich dadurch andere Möglichkeiten nicht nur bei der Produktion, sondern auch bei der Entfaltung von filmischen Räumen auf der Leinwand, die uns eine neue Art der Wahrnehmung und Wirkung von Film als Ganzes ermöglichen? Ist die Veränderung unserer Sehgewohnheiten durch das digitale Bild eine echte Chance für Künstler sich neuer Wege zu bedienen, um Filme zu schaffen, oder sind wir Zeugen einer bloßen Ökonomie der technischen Revolution, deren Interesse zuletzt dem Film als Kunstform gelten dürfte?

 

Der Referent: Nils Bürker

M.A., Tübingen. 1978 geboren. 1999-2006: Studium der Geisteswissenschaften in den Fächern Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Philosophie und Rhetorik an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Abschluss mit Magister Artium 2007. Seit 2004 bis zum Ende des Studiums zahlreiche Arbeiten im Bereich Filmdokumentation und Filmproduktion für die Medienabteilung der Universität Tübingen.

Nach einem Praktikum im Febr/März 2007: freier Mitarbeiter bei Bewegte Bilder Medien AG; Arbeit und Ausbildung im Bereich Digitales Kino, (digitales Filmencoding, DVD Authoring, Film-Cutting,  Audio-Mastering) und digitale Postproduktion. Des weiteren Arbeit im  Vertriebsmanagement und der Disposition von digitalem Kino-Content.

Rolf Coulanges

Referat: Partikel aus Licht - über die Struktur der Bilder in der Produktion

 

An der Unschärfe eines flüchtig gemachten Filmbildes finde ich nichts sinnlich, sie stört mich auch beim Dreh mit schlechten Objektiven und mit Schwarzweißfilmen, die seit 30 Jahren nicht mehr weiterentwickelt wurden, obwohl die Technologie dazu bestanden hätte, und deren Look dadurch weder authentischer noch interessanter geworden ist. Deutlich muss zwischen Unschärfe und Korn unterschieden werden: Korn ist eine zufällige Struktur im Filmbild, die sich von Bild zu Bild ändert wie das Leben vor der Kamera und durch seine Materialstruktur eine innere Bewegung in das Bild bringt, die an dieses Leben erinnert, weil es dessen zufällige Struktur trägt. Bei Architekturfilmen stört das Korn seltsamerweise viel mehr, vermutlich deshalb, weil man von den Hochhäusern weiß, dass sie für das Unbewegte, Statische stehen. Filme über das Leben sind nicht so, und sie vertragen das Korn nicht nur, sondern es verleiht Ihnen eine sinnliche Struktur, es macht sie wärmer, aber keinesfalls unscharf.

Die Filmtheoretiker irren, wenn sie meinen, digitale Bilder seien schärfer als Filmbilder – wissenschaftlich gesehen ist das Gegenteil der Fall. Die besten digitalen Filmkameras wie die Arriflex D-21 liegen mit der Auflösung des Super 16 - Films gleich, der schon HD-tauglich war, als den Begriff noch niemand brauchte. Wenn man eine professionelle HD-Kamera zur Hand nimmt, ist für den Kameramann eine der wichtigsten Einstellungen für die Bildästhetik das Detailing, das für die Wiedergabe der feinsten Strukturen im Bild sorgt.

 

Der Referent: Rolf Coulanges

Director of Photography, Stuttgart. Rolf Coulanges studierte erst Philosophie bei Georg Picht, dann an der Film- und Fernsehakademie in Berlin Film und arbeitet seit 1979 freiberuflich als Kameramann bei Dokumentar- und Spielfilmen. Erdrehte als Regisseur mehrere Dokumentarfilme, meist in Lateinamerika, darunter den Film SACY PERERE, der 1985 beim Londoner Filmfestival als „Outstanding Film of the Year“ ausgezeichnet wurde. Er unterrichtete mehrere Jahre Kamera an der DFFB und der Filmakademie Ludwigsburg und gehört seit 1992 zum Lehrkörper der Internationalen Filmhochschule in Havana. 2001 wurde er an die Hochschule der Medien Stuttgart berufen und unterrichtet dort Bildgestaltung und Licht für Film.

Ivo Ritzer

Referat: Hybride Räume - Digitales Kino in Hongkong

 

Seit Anfang der 1980er Jahre hat das Kino in Hongkong eine spezifische, hochgradig hybride Ästhetik entwickelt. Sie zeichnet sich aus durch eine Mischung differenter Technologien, die Miniatur-, Make-up- und Pyrotechnik-Effekte umfasst, aber auch auf Wire-Work-Choreographie sowie Rotoscoping, Matte Paintings und digitales Compositing zurückgreift. In Verbindung mit hyperkinetischen Kamerafahrten und hochfrequenter Montage entsteht ein äußerst dynamischer filmischer Raum, der sich durch fluide Körperbilder, exzessive Geschwindigkeit und virtuelle Dreidimensionalität konstituiert.

Eine Schlüsselstellung in der Digitalisierung des Hongkong-Kinos kommt dabei dem Filmemacher Tsui Hark zu. Während sein „Zu: Warriors from the Magic Mountain“ (1982) sich mit der antizipatorischen Konstruktion virtueller Räume beschäftigt, ist „The Legend of Zu“ (2001) schließlich eine digitale Allegorie zu Globalisierung und Gedächtnis, Zeit und Identität.

 

Der Referent: Ivo Ritzer

Filmwissenschaftler, Mainz. Ivo Ritzer, Dr. phil, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Filmwissenschaft / Mediendramaturgie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 1999 veröffentlichte er zahlreiche Aufsätze zu Filmgeschichte und –ästhetik, außerdem arbeitet er als freier Autor und Essayist für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“, außerdem für die Magazine „Splatting Image“, „Testcard“ und „Cine Asia“. Seit 2007 ist er Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Ikonen“. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen u. a. Philosophie des Films, Kino und Pop-Theorie, Serialität als narratives Prinzip, Geschichte des ostasiatischen Kinos, Genre-Kino in Europa, Ästhetik des digitalen Films sowie Kino und Transnationalisierung.

Dominik Schrey

Referat: „Nostalgia for the Analogue“: Mediennostalgie und Cinephilie im Grindhouse-Doublefeature

 

In einer eher beiläufigen Szene in Quentin Tarantinos Film Death Proof, einer Hommage an das Trashkino der 1970er Jahre, unterhalten sich die vier jungen Protagonistinnen während einer Autofahrt über ihr Liebesleben; eine von ihnen erzählt, ihr neuer Freund habe ihr als Geburtstagsgeschenk eine Audiokassette aufgenommen, woraufhin eine ihrer Freundinnen ungläubig fragt: „He made you a tape? Wait – he didn't burn you a CD? He made you a tape? Oh, that's so romantic!“ Diese Bemerkung bringt in nuce die dem gesamten Film zugrunde liegende Idee zum Ausdruck: Wahre Bedeutung erlangen Liebesbekundungen erst dann, wenn sie nicht auf dem einfachsten Weg erbracht werden, sondern in irgendeiner Form mit Mühe und Aufwand verbunden sind.

Im Zentrum meiner Untersuchung steht die Rückwendung auf das Analoge und Imperfekte, auf eine Ästhetik des Fehlerhaften und der Bildstörung, die Tarantino sich in Death Proof zum Programm gemacht hat. Besondere Relevanz erlangt diese Abwehrhaltung gegenüber dem digitalen Film durch den Kontext, in dem Death Proof steht: Ursprünglich war der Film nicht als eigenständige Produktion konzipiert, sondern wurde zusammen mit dem Zombiefilm Planet Terror von Robert Rodriguez zusammen als so genanntes Double Feature unter dem Titel Grindhouse aufgeführt, unterbrochen von Trailern für fiktive Exploitation-Filme und historisierender Kinowerbung. Oberflächlich scheinen beide Filme sehr ähnliche Ziele zu verfolgen: Ein Revival der „goldenen Ära“ des Exploitation-Kinos. Das Grindhouse Double Feature lässt sich lesen als intelligente Reflexion auf die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Technik und wie sich das Medium Film bzw. Kino durch deren Aufkommen verändert.

 

Der Referent: Dominik Schrey

M.A., Karlsruhe. Jahrgang 1980, Studium der Fächer Literaturwissenschaft und Multimedia an der Universität Karlsruhe, dort seit November 2008 als Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Lehrveranstaltungen und Veröffentlichungen zu medien- und kulturwissenschaftlichen Themen (insbesondere Film). Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Mediennostalgie (Dissertationsprojekt), Intermedialität, Animation Studies, paradoxe Zeitstrukturen im Film.

Ernst Schreckenberg

Referat: Die Sinnlichkeit der Schärfe

 

So wie die Blockbuster der neunziger Jahre durch spektakuläre, in der digitalen Nachbearbeitung entstandene Effekte geprägt waren, so sind es im laufenden Jahrzehnt die Aufnahmen hochauflösender Videokameras ( HD-Video ) auf Videotapes oder Festplatten, die eine weitere Phase der Digitalisierung des Kinos bedeuten. Vorerst nur mit den technischen und finanziellen Ressourcen einer Hollywood-Großproduktion realisierbar, geht es um die Erweiterung der Darstellungsmöglichkeiten des analogen, fotochemisch erzeugten Filmbildes. „Viusual enrichment“, visuelle Bereicherung, hat der Regisseur Michael Mann das genannt, neben David Fincher einer der Pioniere auf diesem Gebiet.

Diese digital erzeugten Bilder verweisen nicht mehr demonstrativ auf ihre digitale Herkunft wie bei den digitalen special effects. Es gibt keinen sich verflüssigenden Terminator oder phantastische Matrix-Welten mehr, sondern die aus dem klassischen Kino vertrauten Schauplätze und Szenerien bekommen durch die neue Aufnahmetechnik einen anderen „look“. So wirkt das nächtliche Los Angeles in Michael Manns „Collateral“ von 2004, einem Schlüsselfilm dieser Entwicklung, visuell und atmosphärisch ganz anders als in seinem „Heat“ von 1995: So wie in „Collateral“ war eine illuminierte Großstadt bei Nacht im Kino noch nie vorher zu sehen gewesen. Ähnliches gilt auch für das San Francisco in David Finchers „Zodiac“ von 2007, den eher die dokumentarischen Möglichkeiten von HD-Video als die malerischen wie bei Michael Mann gereizt haben. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die immer noch sehr schwierig zu handhabende neue Aufnahmetechnik als stilistische Herausforderung verstehen und bewusst auf den bewährten 35mm-Film verzichten.

 

Der Referent: Dr. Ernst Schreckenberg

Medienwissenschaftler, Paderborn. Früherer Leiter der Programmbereiche Politik, Kultur und Medien und des VHS-Kinos an der Volkshochschule Dortmund. Zahlreiche Aufsätze  zur Film- und Medienpädagogik und zu filmhistorischen Themen in Sammelbänden und Zeitschriften, zuletzt in 2006: "Die Reise des Helden. Zur Geschichte eines Erzählmodells in Hollywood", "Spielfilm, Migration und Politische Bildung" und (zusammen mit Paul Hofmann )

Texte zur Film- und Mediengeschichte Nordrhein-Westfalens im Internetportal www.geschichte.nrw.de

Praktischer Arbeitsschwerpunkt seit vielen Jahren ist die Lehrerfortbildung in Sachen Film, aus der sich das medienpädagogische Projekt "Crashkurs Filmdramaturgie" entwickelt hat.

 

Rüdiger Suchsland

Referat: Der Angriff der Killer-Pixel - Überlegungen zu einer Kulturgeschichte der Digitalisierung im Hinblick aufs Kino

 

Im Hinblick auf die Tagung soll an einige Phänomene dieses "Angriffs der Pixel" auf die analoge Welt erinnert werden, und versucht werden, sie in ihren Konsequenzen zu denken. Zum Beispiel an: Das Verschwinden des Originals. Die Ermächtigung des Zuschauers zum "(inter-)aktiven Zuschauer". Die Veränderung von Inhalt und Form durch die digitalen Techniken. Leitfragen:

- Wie verändert die Digitalisierung unsere Kultur?

- Wie verändert die Digitalisierung unsere Möglichkeiten, Filme anzugucken und unsere Haltung Filmen gegenüber? Wie verändert sich auch das Kino als Ort des Film-Sehens? Bleibt es überhaupt dieser Ort? Und unter welchen Bedingungen?

- Wie verändern sich die Filme selbst? Ihre Erzählweise und ihre Bilder? Ihre Auffassung von der Wirklichkeit, auf die sie sich beziehen? Welche Form des Kino entsteht, welche verschwindet?

- Welchen Typ Filmemacher erzeugt die Digitalisierung?

 

Der Referent: Rüdiger Suchsland

Filmkritiker, Berlin. Studierte Geschichte und Philosophie in München, Tübingen und Berkeley/Ca., Abschluss in München mit einer Arbeit über „Kulturkritik und Kulturpessimismus im späten deutschen Kaiserreich 1910 – 1918“.

Seit dem Studium Arbeit als freier Journalist für allem für Kulturredaktionen. Seit 1998 Schwerpunkt im Bereich der Filmkritik, daneben Wissenschaft und Sachbuch. Autor u.a. beim Film-Dienst, FAZ, Frankfurter Rundschau, Deutschlandfunk, Telepolis und div. andere. Daneben Vorträge und Moderationen.

Seit 1997 Redakteur des Internetmagazins www.artechock.de. 1998 – 2004 Mitarbeiter des Filmfest München. Seit 2002 Mitarbeit beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg, seit 2005 auch beim Festival des Deutschen Films, Ludwigshafen. Mitglied des Verbandes der deutschen Filmkritik.

Marc Reiser

Werkstattbericht: Ein digitales Filmexperiment - "Die Räuber"

 

Zwei verfeindete Brüder, eine grenzenlose Liebe und eine Gruppe Terroristen – braucht es mehr, um eine mitreißende Geschichte zu erzählen? Friedrich Schiller schrieb sie in seinem revolutionären Theaterstück „Die Räuber“ vor mehr als 200 Jahren. Das Publikum war nach der Uraufführung am Nationaltheater Mannheim 1782 überwältigt. Der Kommentar eines Augenzeugen:

„Das Theater glich einem Irrenhaus, rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zuschauerraum! Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht!“ Der gleichnamige Film von Marc Reisner zeigt das Drama in eindrucksvollen Bildern. Theatermittel treffen dabei auf filmtechnische Gestaltungsmöglichkeiten, Schillers Originalsprache auf moderne Technik. Eine klare Ästhetik aus Licht und Dunkelheit konzentriert sich auf die Leistungen der Schauspieler, die überzeugend in die komplexen Charaktere schlüpfen.

„Die Räuber“: kein abgefilmtes Bühnenstück, sondern ein packender Spielfilm.

 

Der Referent: Marc Reiser

Mediengestalter am Nationaltheater Mannheim. 1971 in Mannheim geboren, studierte Elektrotechnik, Erziehungswissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Er promovierte über Bildmedien im Theater. Schon während des Studiums arbeitete er als selbstständiger Mediengestalter. In dieser Zeit sammelte er auch erste Erfahrungen in der Fernseh- und Filmproduktion. Seit 1999 ist Marc Reisner am Nationaltheater Mannheim für die Medienkonzeption und -produktion auf der Bühne verantwortlich. Darüber hinaus wirkte er immer wieder mit an Projekten für andere Theater, u.a. Bayreuther Festspiele. Für das Staatstheater Oldenburg schrieb er 2007 zusammen mit Kristo Sagor eine Bühnenfassung von „Frankenstein“. In dieser Produktion übernahm er auch die Regie der Filmanteile. Seit 2000 unterrichtet Marc Reisner an zahlreichen Hochschulen, u.a. der Universität Mannheim, der Hochschule Mannheim, der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Universität Landau. Außerdem lehrt er Medienpädagogik an der F&U-Schule Heidelberg.

Sven Martin

Werkstattbericht: Visual Effekts: „The Making of…“ zu "Vulkan"

 

"Der Vulkan" beschreibt das Schreckens-Szenario eines Vulkanausbruchs in der Eifel und die damit verbundenen Folgen für die Menschen in dem Katastrophengebiet, ein realistisches Drama über einen logistischen und gesellschaftlichen Ausnahmezustand mitten in Deutschland.

Pixomondo war unter Leitung seines VFX Supervisor Sven Martin und dem VFX Producer Sebastian Leutner für etwa 2/3 der Visual Effects der gesamten Produktion zuständig. Im Focus stand die Aufgabe einen realsitischen Vulkanausbruch, digitale Lavaströme und Explosionen zu kreiren. Dies stellte das Pixomondo Team vor besondere Herausforderungen, da die unterschiedlichsten VFX Techniken zum Einsatz kommen mussten, um ein fotorealistisches Bild einer solchen Katastrophe zu schaffen. Das „Making of“ beschreibt die Entstehung der Visual Effects: Was wurde gedreht ? Was wurde am Computer erzeugt ? Welche Techniken wurden angewendet?

 

Die Referenten:

1. Sebastian Leutner, VFX Producer

Geb. 1978 in Kenzingen / Baden, absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Im Anschluss sammelte er Erfahrungen in der Filmbranche im In- und Ausland und studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg Produktion mit den Schwerpunkten ≫International & Digital & Animation Producing≪ (bis 2006). Anschliessend war er als Junior Producer fur die TV-Serie Alarm für Cobra 11 tätig und verantwortete als VFX-Producer den TV-Zweiteiler Die Gustloff und die internationalen Kinofilme The Children, Faintheart sowie Hape Kerkelings Ein Mann ein Fjord. Seit Mitte 2008 arbeitet er als VFX Feature Film Producer für die Pixomondo Gruppe, wo er die VFX für das kommende TV-Event „Vulkan“ betreute

 

2. Sven Martin, VFX Supervisor

1976 in Wiesbaden geboren, arbeitete Sven Martin nach dem Abitur in der Abteilung Grafik/Trick des Hessischen Rundfunks, wo er erste Erfahrungen im Bereich Compositing machte und den Umgang mit programmierbaren Kameras und Tricktischen erlernte. Zwischen 1997 und 2002 studierte er an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Animation, wo er an diversen Kurzfilmen und Werbeclips als Digital Artist arbeitete und zahlreiche Preise gewann. Mit seinem Abschlussfilm „Ritterschlag“ war er auf zahlreichen internationalen Festivals vertreten, wozu unter anderem auch die Filmfestspiele von Cannes und Venedig gehören. In den letzten Jahren arbeitete er freiberuflich als VFX Supervisor, Compositor und Animator für diverse Effekthäuser wie ‚Das Werk’, ‚Black Mountain’ und ‚Munich Animation’.

Ralf Mendle und Andre Paulssen

Werkstattbericht: RED One und Nachbearbeitung: "Freed Pigs"

 

Nach mehr als 28 Drehtagen im winterlichen Schwarzwald ist die Spielfilm-Komödie "Freed Pigs"(AT) von Tomasz Thomson in Post-Produktion. Die Fertigstellung der Kinoproduktion ist für Ende 2009 geplant - Festivalstart und Kinoauswertung sollen ab 2010 beginnen.

 

Die Referenten:

1. Boris Michalski, Produzent NOIRFILM

Boris Michalski wurde 1968 in Mannheim geboren, er studierte Fotografie am Lette-Verein in Berlin, sowie Medienkunst und Film an der Hochschule für Gestaltung am ZKM Karlsruhe. Er realisierte zahlreiche Spiel-, Dokumentar- und Werbefilme als Kameramann und Regisseur, bevor er 2002 die noirfilm gemeinsam mit Didi Danquart gründete. Von 2002 bis 2007 war er geschäftsführender Gesellschafter der noirfilm. Seit 2002 hauptsächlich als Produzent tätig.

 

2. Andre Paulssen, Postproduktion WEFADETOGREY

Ausbildung als Mediengestalter in Bild und Ton Voss GmbH TV-Ateliers Düsseldorf . Festanstellungen bei Voss GmbH Düsseldorf, Phaze Two Köln, Pirates N`Paradise Köln/Düsseldorf, Tsunami GmbH Köln als Compositor (Flame, Inferno) Freelance Flame Artist Seit September 2008: Gründer und Geschäftsführer von WeFadeToGrey GmbH - gemeinsam mit Swen Linde.

 

3. Ralf Mendle, Director of Photography

Experimentierte bei Freed Pigs mit der neuen digitalen RED ONE-Kamera.