Anhand auch dieser dargestellten Timeline lassen sich alle dramaturgischen Entscheidungen (viele tausend Bild- und Tonschnitte) von Tykwer und Bonnefoy, die am Symposium als Referentin teilnimmt und zu der Ausstellungseröffnung anwesend sein wird, ablesen. Dabei lässt Bonnefoy nicht nach zu erklären, dass der Film für sie eher ein Zeitkunstwerk als ein Bildkunstwerk sei und für sie das Objekt im Vorgang des „Schneidens“ eines Filmes eher nicht die Bilder seien als vielmehr: der Rhythmus. „Eine Timeline erzählt dabei auch immer etwas von der Mentalität des Filmeditors - dessen, der sie erstellt hat“, fügt Kurator Klaus Eichler hinzu. Und die „Timeline“ auszustellen sei eine exzellente Chance zu beweisen, dass „Schnitte eben keine Trennungen darstellen, sondern in ihrem gesamten Zusammenwirken vielmehr ein filmisches Konstrukt zum Leben erwecken“.
Wie variantenreich und in welch unterschiedlichen Versionen ein Film herausgegeben werden könnte, zeigt auch die Timeline des ARD-Fernsehfilmes „Blaubeerblau“ von Rainer Kaufmann, den die Editorin Nicola Undritz geschnitten hat. Gleich in mehreren Schnittfassungen tritt dieser Film (oder besser: dessen „filmische Partitur“) zum Mannheimer Filmsymposium vom 29. – 31. Oktober im Cinema Quadrat auf.
Zu sehen ist die Timeline Ausstellung im Friedrich-Walthersaal des Collini-Centers für die Teilnehmer des Symposiums und für alle übrigen Interessierten, und zwar
am Freitag 29.10. von 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr,
am Samstag 30.10. von 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr
und am Sonntag 31.10. von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr.