KOMMUNALES
KINO MANNHEIM
im Collini-Center

 

25. Mannheimer Filmsymposium
29. – 31. Oktober 2010

 

TIMELINE-AUSSTELLUNG

 

 

Ausstellung der unsichtbaren Kunst

Klaus Eichler mit Timeline

„Eine Timeline legt die Zeit auf ein Lineal. Sie ist die Konstruktionszeichnung für eine filmische Architektur. Eine Timeline verrät die innere Struktur eines Films. Sie ist die Partitur zu einer filmischen Komposition. Und sie ist dabei selbst ein ästhetisch hochinteressantes Gebilde.“ sagt Klaus Eichler, Kurator einer ungewöhnlichen Kunstausstellung anlässlich des 25. Mannheimer Filmsymposiums mit dem diesjährigen Motto „Schnitt – Montage – nicht/lineare Erzählstrukturen“, auf der tatsächlich nichts weiter als jene grafischen Gebilde ausgestellt werden, die alle filmischen Gestaltungsentscheidungen von Regisseur und Editor (früher sagte man: „Cutter“) aufzeigen.

 

Die Auswahl der „Bilder“ zu dieser Ausstellung ist klein, aber hochkarätig: In Übergröße (ungefähr neun Meter breit) wird nicht nur „die wahrscheinlich längste Timeline der Welt“ - die einer 24-Stunden-Doku des ZDF - zu sehen sein, sondern neben einigen Erklärtafeln und Teilen diverser Filmausschnitte auch die (auf sechs Meter vergrößert dargestellte) Original-Timeline des aktuellen, noch nicht veröffentlichen Films von Tom Tykwer (und seiner Editorin Mathilde Bonnefoy): die des tragikomischen Beziehungsfilmes „DREI“. Unterstützt wird die Präsentation durch AVID Technologies Deutschland.

 

Timeline

Anhand auch dieser dargestellten Timeline lassen sich alle dramaturgischen Entscheidungen (viele tausend Bild- und Tonschnitte) von Tykwer und Bonnefoy, die am Symposium als Referentin teilnimmt und zu der Ausstellungseröffnung anwesend sein wird, ablesen. Dabei lässt Bonnefoy nicht nach zu erklären, dass der Film für sie eher ein Zeitkunstwerk als ein Bildkunstwerk sei und für sie das Objekt im Vorgang des „Schneidens“ eines Filmes eher nicht die Bilder seien als vielmehr: der Rhythmus. „Eine Timeline erzählt dabei auch immer etwas von der Mentalität des Filmeditors - dessen, der sie erstellt hat“, fügt Kurator Klaus Eichler hinzu. Und die „Timeline“ auszustellen sei eine exzellente Chance zu beweisen, dass „Schnitte eben keine Trennungen darstellen, sondern in ihrem gesamten Zusammenwirken vielmehr ein filmisches Konstrukt zum Leben erwecken“.


Wie variantenreich und in welch unterschiedlichen Versionen ein Film herausgegeben werden könnte, zeigt auch die Timeline des ARD-Fernsehfilmes „Blaubeerblau“ von Rainer Kaufmann, den die Editorin Nicola Undritz geschnitten hat. Gleich in mehreren Schnittfassungen tritt dieser Film (oder besser: dessen „filmische Partitur“) zum Mannheimer Filmsymposium vom 29. – 31. Oktober im Cinema Quadrat auf.

 

Zu sehen ist die Timeline Ausstellung im Friedrich-Walthersaal des Collini-Centers für die Teilnehmer des Symposiums und für alle übrigen Interessierten, und zwar

am Freitag 29.10. von 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr,

am Samstag 30.10. von 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr

und am Sonntag 31.10. von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr.