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CINELATINO 2012
im
Karlstorkino Heidelberg und im Cinema Quadrat
5. - 13.5.2012
Vorhang auf für Cine Latino im Karlstorkino Heidelberg und im Cinema Quadrat Mannheim. Vom 3. bis 13. Mai erwarten Sie aktuelle Filme aus und über Lateinamerika, darunter international prämierte Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme, allesamt im Original mit deutschen oder englischen Untertiteln.
Regionaler Schwerpunkt ist dieses Jahr Argentinien mit sieben sehr unterschiedlichen Produktionen. Neben Dokumentarfilmen über die nationalen Leidenschaften Tango („El sonido del bandoneón“) und Fußball („Los cerverceros de Quilmes“ / “Fútbol es dios“), findet sich ein breites Spektrum an fiktionalen Genres: Komödie („Un cuento chino“), Psychothriller („El gato desaparece“), schwules Jugenddrama („Ausente“) sowie ein Großstadt-Liebesfilm in virtuellen Zeiten („Medianeras“). Zudem ist mit „Awka Liwen“ der Regisseur Mariano Aiello zu Gast, dessen Film ein Stück tabuisierte Zeitgeschichte illustriert: Die Entstehung des modernen Argentiniens infolge von Ausbeutung und Ausrottung der indigenen Bevölkerung.
Neben weiteren Filmentdeckungen aus Chile, Mexiko, Nicaragua und Paraguay, geht das Festival mit einem kubanischen Highlight zu Ende: Der Regisseur Ian Padrón kommt zu Cine Latino, der mit seinem Aufsehen erregenden Debütfilm „Habanastation“ über zwei Jungen aus unterschiedlichen Milieus Besucherrekorde auf Kuba brach.
Begleitend zum Festival bieten wir vom 7. - 10.5. außerdem Vorstellungen für Schulklassen an.
Kahlschlag - Der Kampf um Brasiliens letzte Wälder
DEU 2012. R: Marco Keller. Dokumentation. 82 Min.
KAHLSCHLAG erzählt von den Auswirkungen einer intensiven und exportorientierten Landwirtschaft auf die Menschen Brasiliens. Die Protagonisten sprechen von der Ausbeutung ihrer Natur, der Ansiedelung multinationaler Agrargroßkonzerne, aber auch von dem Kampf gegen die Umstände ihres Daseins. Dabei lässt der Film viele Seiten zu Wort kommen und bietet Lösungsansätze. Eine Dokumentation, die trotz ihrer höchst komplexen Thematik zu berühren versteht. Sa, 5.5., 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs.
Schulvorstellung: Do, 10.5., je 9 & 11 Uhr
Violeta se fue a los cielos – Violeta ging in den Himmel CHI/ARG/BRA 2011. R: Andrés Wood. D: Francisca Gavilan; Thomas Durand. 110 Min. OmU. FSK: nicht vorgelegt
Wer kennt nicht das Lied „Gracias a la vida“ der chilenischen Nationalheldin Violeta Parra. Kompromisslos verfolgt sie den Weg aus einer verarmten Kindheit zur international anerkannten Künstlerin mit all ihren Selbstzweifeln und ihrem stürmischen Liebesleben.
Regisseur Wood bringt den schwer zu fassenden Kern von Violeta Parras magnetischemCharakter ans Licht, zu herzzerreißenden, unauslöschlichen Liedern, die den Film durchdringen und tief berühren.
Sa. 5.5., 21.30 Uhr & So. 6.5., 19.30 Uhr
Un cuento chino – Chinese zum Mitnehmen
ARG 2010. R: Sebastián Borensztein. D: Ricardo Darín, Muriel Sta Ana. 93 min. OmdtU. FSK: 12
Der sture Einzelgänger Roberto führt ein Eisenwarengeschäft in Buenos Aires und ist ähnlich verbohrt wie die Schrauben, die er verkauft. Dann aber stolpert er buchstäblich über einen Chinesen, der wie aus heiterem Himmel vor seinen Füßen landet und sein Leben auf den Kopf stellt. Und das ist nicht das Einzige, was in dieser Komödie aus dem Himmel auf die Erde fällt, denn auch eine herabstürzende Kuh spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. 2011: spanischer Filmpreis Goya für den besten lateinamerikanischen Film und Publikumspreis in Mannheim-Heidelberg!
So. 6.5., 21.30 Uhr & Mo. 7.5., 19.30 Uhr
Abel
MEX/USA 2009 R: Diego Luna. D: José María Yazpik, Christopher Ruíz-Esparza. 82 Min. OmU. FSK: nicht vorgelegt
Der neunjährige Abel kehrt nach zwei Jahren in einer psychiatrischen Klinik zu seiner Familie zurück. Er hatte aufgehört zu sprechen und war verhaltensauffällig geworden, nachdem der Vater die Familie verlassen hatte und in die USA ausgewandert war. Nach einigen Tagen erhebt Abel plötzlich die Stimme. Er beginnt die Rolle des fehlenden Vaters einzunehmen und den Alltag der Familie zu strukturieren. Die Mutter, seine Teenagerschwester und der jüngere Bruder lassen ihn, auf Rat des Arztes, gewähren. Doch die neue Harmonie wird schon bald wieder gestört, als überraschend Abels Vater zurückkehrt...
Mo, 7.5.,21.30 Uhr. Schulvorstellung: Di. 8.5., je 9 & 11 Uhr
Palabra de mujer – Das Dschungelradio
DEU 2009. R: Susanne Jäger. Dokumentation. 90 Min. FSK: k.A.
„Mit dem Mikro gegen Machos“, so oder ähnlich könnte der Untertitel dieses Films lauten, der den Kampf nicaraguanischer Frauen gegen eine in Lateinamerika verbreitetes Phänomen dokumentiert: Den Machismo. Der Film erzählt die Geschichte des Frauenradios „Palabra de la Mujer – Das Wort der Frau“ im Dschungel von Nicaragua, das der Spezies der Machos das Fürchten lehrt. Die mutige Jamileth Chavarría hat eine Radiostation gegründet, verleiht den Frauen eine Stimme und klagt in der täglichen Sendung namentlich die Männer des kleinen Ortes an, die Frau und Kind misshandeln.
Di. 8.5., 19.30 Uhr. Schulvorstellung: Mi. 9.5., je 9 & 11 Uhr
Medianeras
ARG/ESP/DEU 2011. R: Gustavo Taretto. D: Javier Drolas, Pilar López de Ayala. 95 Min. OmU. FSK: 0
Buenos Aires, Millionenstadt und pulsierende Metropole. Martín, Computerfreak und Mariana, Architektin, meiden, den Kontakt zur Außenwelt. Sie setzt zuhause eine Schaufensterpuppe zusammen und hat panische Angst vor Aufzügen, er lebt in Chatrooms mit Facebook und Twitter und leidet an Flugangst. Sie leben in demselben Block, besuchen dieselben Orte und laufen doch immer wieder aneinander vorbei. Zwei Menschen, die durch ihre gescheiterten Beziehungen keine Hoffnung mehr in die Liebe setzen und doch füreinander bestimmt sind. Wir schauen schmunzelnd zu und entdecken dabei auch Buenos Aires, das Gustavo Taretto mit visuellem Spürsinn festhält.
Di. 8.5. – Mi. 9.5., 21.30 Uhr
También la lluvia – Und dann der Regen
MEX/ESP/FRA 2010. R: Icíar Bollaín. 103 min. D: Luis Tosar, Gael García Bernal. Omd-tU. FSK: 12
Der junge Regisseur Sebastián will einen Film über Kolumbus drehen und nicht den heroischen Entdecker zeigen, sondern die brutale Eroberung eines Kontinents, die Gier nach Gold, die Versklavung der indigenen Bevölkerung. Weil das Budget knapp ist, hat der Produzent Bolivien als Drehort ausgewählt. Die Dreharbeiten laufen gut, bis soziale Unruhen ausbrechen – die Wasserversorgung der Region wurde an einen internationalen Konzern verkauft. Ausgerechnet der indianische Hauptdarsteller Daniel ist einer der Anführer eines Aufstands dagegen. Berlinale-Publikumspreis 2011!
Mi. 9.5., 19.30 Uhr & Do. 10.5., 21.30 Uhr
Novena
PAR/NL 2011. R: Enrique Collar. D: Juan de Dios Collar. 95 Min. OmeU. FSK: nicht vorgelegt
Nach dem Tod der Großmutter kehrt Regisseur und Maler Enrique Collar in sein Heimatdorf zurück. Während der neuntägigen katholischen Trauerzeit begleitet er Juan, den ältesten Bruder seines Vaters, dessen Tod den jungen Juan unfreiwillig zum männlichen Familienoberhaupt machte. Alternativen? Keine. Er wollte Dichter und Denker sein. Doch damit konnte er die Familie nicht durchbringen. Also lernte er etwas Vernünftiges, so schmerzlich der Verlust der Mutter ist, er öffnet Juan neue Perspektiven. Warum nicht fortgehen, das ärmliche Leben auf dem Land hinter sich lassen...
Bildstarkes Porträt über das bittersüße Gefühl des Abschieds.
Do. 10.5., 19.30 Uhr
El gato desaparece – The Cat Vanishes
ARG 2011. R: Carlos Sorín. D: Luis Luque, Beatriz Spelzini. 89 min. OmeU. FSK: nicht vorgelegt
Sorín erzählt die Geschichte eines Professors, der als geheilt aus der Psychiatrie entlassen wird. Doch seine Ehefrau hat Angst vor erneuten Gewaltausbrüchen ihres Mannes. Und wo ist nur die Titel gebende Hauskatze, die seit Tagen wie vom Erdboden verschluckt scheint? Raffiniert spielt Sorín mit den Erwartungen seiner Zuschauer. Ist der Professor verrückt oder nicht? Die clevere Farbdramaturgie und die Filmmusik tragen neben dem guten Darstellerduo viel zum Reiz dieses Thrillers bei. Hitchcocks hätte vermutlich viel Spaß gehabt.
Fr. 11.5., 19.30 Uhr & Sa. 12.5., 21.30 Uhr
El sonido del bandoneón – The Sound of the Bandoneón
ARG/NL 2011. R: Jiska Rickels. Dokumentation. 74 Min. OmeU. FSK: nicht vorgelegt
Das Bandoneon ist so eng mit Argentinien und dem Tango verbunden wie kein anderes Instrument. Was macht die Seele dieses magischen Klangwerkzeugs aus? Ursprünglich aus Deutschland stammend, brachten es Einwanderer mit an den Rio de la Plata – zwischen 1911 und 1943 schätzungsweise 60.000 Stück. Doch scheint die Ära des Bandoneons zu Ende zu gehen, es werden kaum noch welche gebaut. Anhand zweier Protagonisten, einem der berühmtesten Bandoneonspieler und einem Lehrmeister erzählt diese melancholische Hommage vom leidenschaftlichen Kampf, ein besonderes Instrument am Leben zu halten.
Fr. 11.5., 21.30 Uhr
Zona Sur – Südlicher Distrikt
BOL 2009. R: Juan Carlos Valdivia. D: Ninón del Castillo, Pascual Loayza. 109 Min. OmU. FSK: nicht vorgelegt
Im wohlhabenden Stadtteil Zona Sur in La Paz lebt Carola mit ihren drei Kindern. Die beiden Aymara-Hausangestellten Wilson und Marcelina kümmern sich um Kinder, Haushalt und Garten. Wilson backt, und wenn die Hausherrin nicht da ist, benutzt er selbstverständlich ihr Bad und ihre Kosmetik. Apartheidähnliche Grenzen verwischen, Kinder wie der fünfjährige Andrés können sie ohnehin nicht nachvollziehen. Und für Bernarda, die neugierige junge Tochter ist es bedeutsamer, sich als Lesbe auszuprobieren. Ein kleines filmisches Meisterwerk, das mit einer eindrucksvollen Bildsprache zeigt, dass in Bolivien mit Evo Morales andere Zeiten angebrochen sind.
Sa, 12.5., 19.30 Uhr
Awka Liwen – Aufstand im Morgengrauen
ARG 2010. R: Mariano Aiello, Kristina Hille. Dokumentaion. 77 min. OmdtU. FSK: keine Angabe
Der Film erzählt die Geschichte der indigenen Bevölkerung Argentiniens: eine Geschichte von geplanten Feldzügen zur Enteignung von 30 Millionen Hektar fruchtbaren Landes, der Entstehung nationaler Gründungsmythen und historischer, gesellschaftlicher Kontinuitäten bis heute. Der Film schlägt dabei einen Bogen von der Ermordung der indigenen Bevölkerung, der Beschlagnahmung ihres Grundbesitzes, bis hin zur aktuellen Rebellion der Landwirtschaftsbetriebe.
So. 13.5., 19 Uhr. In Anwesenheit des Regisseurs.
Habanastation
CUB 2011. R: Ian Padrón. D: Ernesto Escalona, Andy Fornaris. 90 Min. OmeU. FSK: nicht vorgelegt
„La Tinta“ lautet der Name des imaginären Stadtteils am Rande der Stadt, wo es Mayito eines Tages hin verschlägt und wo er nicht nur auf seinen Mitschüler Carlos trifft, der ihm bislang immer fremd erschienen war, sondern auch auf das andere Cuba, von dessen Existenz er in seinem wohlbehüteten Milieu nicht einmal geträumt hätte. Es ist die Geschichte der Freundschaft zwischen einem Jungen, der in materieller Sorglosigkeit aufwächst, und seinem Klassenkameraden aus einem Stadtteil, in dem Kind in erster Linie mit der Playstation umzugehen weiß. HABANASTATION, Spielfilmdebüt des kubanischen Regisseurs Ian Padrón, brach in Cuba bei mehr als einer Million Zuschauern alle Publikumsrekorde.
So. 13.5., 21 Uhr. In Anwesenheit des Regisseurs.
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