SEMINAR: FILM UND PSYCHOANALYSE
Zusammen mit dem:
Psychoanalytischen Institut Heidelberg – Karlsruhe der DPV
und dem Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg – Mannheim
veranstaltet Cinema Quadrat am 2.und 3. März ein Seminar Film und Psychoanalyse unter Leitung des Filmhistorikers und –theoretikers Dr. H.-J. Schlegel).
Die filmische „Traumfabrik“ und die psychoanalytische „Traumdeutung“ begannen nicht zufällig fast zeitgleich, sondern stehen in vielfältigen Wechselbezügen, die in diesem Seminar zur Debatte stehen. Neben T. Kinugasa, G. W. Pabst, L. Buñuel und J. Svankmajer wird vor allem Eisenstein im Mittelpunkt stehen.
Samstag, 2. März:
10.00 – 13.00 Uhr: Traumfabrik und Traumdeutung
Zur Geschichte und Theorie der Wechselbeziehung von Film und Psychoanalyse.
Filmbeispiele (VHS): Der Student von Prag (1913), Kurutta Ipepeji (Die andere Seite des Wahnsinns) (Teinosuke Kenugasa, 1925), Geheimnisse einer Seele (G.W. Pabst, 1926)
15.00 – 18.00 Uhr: Die Geometrie der Ekstase
Theoretische und filmische Folgen von Sergej Eisensteins Auseinandersetzung mit Bechterev, Pavlov, Freud, Reich und C. G. Jung.
Filmbiespiele: "Streik" (1924), "Oktober (1927), "Die Generallinie" (1926-29), jeweils von Sergej Eisenstein
Sonntag, 3. März
10.00 – 13.00 Uhr: Surreale Diskurse
Mit VHS-Vorführung der Filme "Un chien andalou" (Luis Buñuel, 1928), "Jabberwocky" (Jan Svankmajer, CSSR 1980), "Der Tod des Stalinismus in Böhmen" (ders., 1990) u. "Das Land der Blinden" (Audrius Stonys, Litauen 1991)
Ort: Cinema Quadrat im Collini-Center, Mannheim
Preis: Euro 40,-
Als Einführung in die Thematik wird bereits am 1. März der Film DOGURA MAGURA von Toshio Matsumoto gezeigt.
20.15 Uhr: ABRACADABRA (DOGURA MAGARA) Japan 1987. Toshio Matsumoto, D: Shijaku Katsura, Yoji Matsuda, Hideo Murota. 109 Min., OmU
Japan, Mitte der 20er Jahre: In der psychiatrischen Abteilung einer Universitätsklinik erwacht Kure Ichirô, der unter Amnesie leidet, aus seinen Alpträumen. Er kann sich weder an seine Vergangenheit noch an seinen Namen erinnern. Nur der letzte Traum ist tief in sein Gedächtnis eingegraben: Ein Fötus schien wie von Sinnen zu zucken – Ichirô ist sich nicht sicher, ob nicht er selbst dieser Fötus war. Dann wurde eine splitternackte Frau ohnmächtig, die Verzückung stand ihr dabei ins Gesicht geschrieben.
Matsumotos Filme zeichnen sich durch die außergewöhnliche Entwicklung der Handlung und das absurde Schicksal der Protagonisten aus. Diese werden zum Spielball des Schicksals und erfahren eine nie erwartete Hölle des Lebens. Auch in DOGURA MAGURA weicht der Regisseur immer wieder den Erwartungen der Zuschauer aus, er erzählt in komplex verschachtelten Strukturen und zieht das Publikum in ein komplexes Labyrinth hinein.
“Bei DOGURA MAGURA nun habe ich nicht nur die lineare Entwicklung aufgebrochen, Gegenwart und Vergangenheit, Wirklichkeit und Vorstellung vermischt und restrukturiert, sondern auch die persönliche Betrachtungsweise eines Sachverhalts nach Lust und Laune verrückt und habe mich an einer Schachtelstruktur versucht, ähnlich dem Satze Borges’: “Im Traum eines Jungen öffnet der geträumte Junge die Augen.” (Matsumoto)
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